Experten sind gefragt - Chancen und Berufsfelder mit der Fremdsprache Französisch

Deutschland und Frankreich

Deutschland und Frankreich sind heute Vorreiter der europäischen Integration. Die Grenzen innerhalb der Europäischen Union sind gefallen und damit auch die psychologischen Hürden, in einem anderen Land Europas – zum Beispiel in Frankreich - zu leben und zu studieren oder zu arbeiten, sofern man die Sprache beherrscht.
Schon heute leben rund 110.000 Franzosen in Deutschland und etwa 150.000 Deutsche in Frankreich. Die Zahlen steigen jedes Jahr um einige Tausend. Etwa 2.000 französische Unternehmen sind in Deutschland angesiedelt, umgekehrt gibt es etwa 2.600 deutsche Tochterunternehmen in Frankreich.
Nordrhein-Westfalen ist wegen seiner geografischen Nähe zu Frankreich und mit seinen 18 Millionen Einwohnern ein wichtiger Standort für französische Unternehmen. Das älteste französische Unternehmen in Deutschland ist die Firma Saint Gobain, die seit 1857 in Stolberg bei Aachen als Spiegelmanufaktur gegründet wurde und heute als Glashersteller weltbekannt ist. Andere Großunternehmen in der Region sind Renault (Brühl), Axa (Köln) und L’Oréal (Düsseldorf). Die Deutsch-Französische Hochschule hat inzwischen mehr als 160 deutsch-französische Studiengänge in allen Fachrichtungen eingerichtet. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Förderprogramme für Studenten und Auszubildende, denn es mangelt an Fachkräften, die französisch sprechen und sich in Frankreich auskennen.

Bedeutung der Französischen Sprache

Französisch wird nicht nur in Frankreich gesprochen, sondern in Europa vor allem in Teilen der Schweiz und Belgiens, insgesamt von rund 200 Millionen Menschen in über 60 Ländern rund um den Globus. Nicht nur in der Europäischen Union, sondern in vielen anderen internationalen Organisationen ist Französisch offizielle Sprache.

Was kann man mit Französisch anfangen?

Jeder, der in der Schule Französisch lernt, fragt sich wofür. Französischkenntnisse sind immer nützlich, wenn man nach Paris fährt oder seinen Urlaub am Mittelmeer, an der Atlantikküste oder in den französischen Alpen verbringt. Aber es bieten sich auch später im Beruf noch andere Möglichkeiten für alle, die Spaß am Erlernen der Sprache und an der Beschäftigung mit Frankreich haben:

Berufsausbildung in Kombination mit guten Französischkenntnissen

Französisch ist ein Plus in zahlreichen kaufmännischen, aber auch in technischen Berufen. Jedes deutsche Unternehmen, das in seine Produkte auch im Nachbarland verkaufen will, braucht Mitarbeiter vor allem im Vertrieb, die in der Lage sind, die Geschäfte, insbesondere im BtoB-Bereich, auf Französisch abzuwickeln. Auch Unternehmen, die Maschinen und Anlagen bauen, brauchen Mitarbeiter für Wartung und Betrieb solcher Anlagen wie z.B. Windkraft- oder Solaranlagen.

Fachstudium in Kombination mit sehr guten Französischkenntnissen

Wer aus der Schule sehr gute Französischkenntnisse mitbringt, muss sich nicht zwangsläufig für ein Sprachenstudium entscheiden. Viel sinnvoller ist es, ein Studium in einem der drei wichtigsten Kompetenzfelder - Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften oder Jura zu absolvieren. Mit diesen Kernkompetenzen hat man vielfältige Möglichkeiten in unterschiedlichsten Bereichen. Mit sehr guten Fremdsprachenkenntnissen kann man sich darüber hinaus auf eine Tätigkeit im internationalen Bereich spezialisieren. Mögliche Arbeitgeber sind international tätige Unternehmen (das sind praktisch alle in Deutschland), Verwaltungen und Institutionen der internationalen Zusammenarbeit (Auswärtiges Amt, Europäische Kommission, Handelskammern, Entwicklungshilfe).

Sprachstudium

Für Sprachspezialisten bieten sich Möglichkeiten in folgenden Bereichen: Übersetzer und Dolmetscher (mit weiterer Sprache), Lehramt an Schulen (mit weiterem Unterrichtsfach), Lehre und Forschung (Promotion mit Spezialisierung auf Sprach- oder Literaturwissenschaft und eine weitere romanische Sprache).